Licht und Farbe

Licht und Farbe

Wie entsteht Licht?

Warum sehen wir Gegenstände farbig?

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Farbkreis

Farbkreis

Der Farbkreis nach Johannes Itten

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Begriffe der Farblehre

Begriffe der Farblehre

Grundfarben

Helligkeit

Sättigung

Farbtonbezeichnung

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Farbkontraste

Farbkontraste

Farbe-an-sich-Kontrast

Hell-Dunkel-Kontrast

Komplementärkontrast

Kalt-Warm-Kontrast 

Quantitätskontrast

Qualitätskontrast

Simultan-Kontrast

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Farbwirkungen

Farbwirkungen

Räumliche Wirkung

Expressive Wirkung

Impressive Wirkung

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Licht und Farbe

Nimmt man diesen Aphorismus wörtlich, so sagt er nichts anderes aus, als dass ohne Licht alle Gegenstände ihre Farbigkeit verlieren.



Die Folgerung daraus muss also lauten: OHNE LICHT KEINE FARBE

Nacht
In der Dunkelheit verlieren Gegenstände ihre Farbigkeit

In den allermeisten Fällen entsteht Licht aus Wärme, z.B. beim Erhitzen eines Körpers auf sehr hohe Temperaturen. Dieser Körper (=Lichtquelle) sendet dannelektromagnetische Wellen* aus, von denen nur ein bestimmter Frequenzbereich ( Spektrum genannt) Reize in unserem Auge hervorruft.

Aber auch durch Lumineszenzstrahlung kann Licht entstehen.

*In der Optik wird allerdings meist von STRAHLEN und nicht von WELLEN gesprochen.  

Licht Sonne
Licht Kerze

Sendet eine Lichtquelle weißes Licht aus und lenkt man es durch ein Prisma, wird dieses Licht in verschiedenfarbige Lichtstrahlen (Spektralfarben oder trivial „Regenbogenfarben“) zerlegt.

 Der Grund hierfür liegt darin, dass sich die Lichtstrahlen in unterschiedlichen Winkeln brechen.

 

 

 

 

 

Diese Spektralfarben umfassen einen  Frequenzbereich von 380-780 nm.

Spektralfarben
Licht gebrochen durch ein Prisma
Spektrum
Frequenzbereich des Lichts

Trifft weißes Licht auf einen farbigen Gegenstand verschluckt (absorbiert) er alle Lichtstrahlen des Spektrums mit Ausnahme derer, die seiner Körperfarbe entsprechen. Im nebenstehenden Beispiel erscheint der Gegenstand rot, da er bis auf die roten alle Lichtstrahlen absorbiert. Die roten Lichtstrahlen werden reflektiert, treffen auf unser Auge und lösen dort einen Reiz aus.

 

 

 

 

 

Werden alle Lichtstrahlen reflektiert, so gelangt die Gesamtheit des Spektrums an unser Auge und wir sehen einen weißen Gegenstand.

Bei der Absorption sämtlicher Lichtstrahlen gelangen keinerlei Strahlen an unser Auge, damit erscheint uns der Gegenstand schwarz.

 

 

 

 

Bei der Absorption sämtlicher Lichtstrahlen gelangen keinerlei Strahlen an unser Auge, damit erscheint uns der Gegenstand schwarz.

 

 

Licht rot
Deer Gegenstand erscheint rot
Licht weiß
Deer Gegenstand erscheint weiß
Licht schwarz
Deer Gegenstand erscheint schwarz

Farbkreis

Der 12-teilige Farbkreis nach Johnannes Itten

Er baut sich von der Mitte her aus den drei Grundfarben Cyan, Magenta und Gelb auf (Primärfarben oder Farben erster Ordnung).

Aus der Mischung dieser Farben entstehen dann die Sekundärfarben oder die Farben zweiter Ordnung:
Orange, Violett und Grün

Im äußern Kreis finden sich nun sowohl die primär- als auch Sekundärfarben.

Dazwischen liegen die Farben dritter Ordnung, welche sich aus jeweils einer Farbe erster und einer Farbe zweiter Ordnung zusammensetzen:
Gelb + Orange = Gelborange
Rot + Orange = Rotorange usw.

Farbkreis Itten

Begriffe der Farblehre

Als Grundfarben werden diejenigen Farben bezeichnet, die nicht durch Mischen hergestellt werden können.


In der additiven Farbmischung sind dies:
Cyan, Magenta und Gelb

Grundfarben

Die Helligkeit eines Farbtons wird durch die Menge des Lichtes bestimmt. Enthält ein Farbton mehr Weißanteile, wird mehr Licht reflektiert und er erscheint somit heller.

Helligkeit

Als Sättigung wird der Grad der Buntheit einer Farbe bezeichnet. Je reinbunter die Farbe ist, desto gesättigter ist sie.


Wird sie z.B. mit ihrer Komplementärfarbe gemischt, wird sie trüber bzw. stumpfer.

Sättigung

Dadurch wir ein Farbton näher bestimmt. Im nebenstehenden Beispiel handelt es sich bei beiden Farben um Grün.



Links: Gelbgrün (der Gelbanteil ist höher als der Blauanteil 
Rechts: Blaugrün (der Blauanteil ist höher als der Gelbanteil 

farbtonbezeichnung

Farbkontraste

Die stärkste Wirkung zeigt der Farbe-an-sich-Kontrast bei den Grundfarben (Cyan, Magenta, Gelb)

Je unbunter die Farben werden, desto schwächer wird der Kontrast.

Farbe an sich

Der Hell-Dunkel-Kontrast wird durch den unterschiedlichen Remissionswert  der Farben bestimmt. 

 

In einer Graureihe besteht der größte Unterschied zw. Schwarz und Weiß.

 

Bei den Buntfarben hat Gelb den höchsten und Violett den niedrigsten Remissionswert.

Dadurch ist der Kontrast Gelb – Violett bei den bunten Farben der Größte.

Komplementärfarben sind diejenigen Farben, die sich in ihrer Mischung zu Schwarz ergänzen:
Rot – Grün,
Gelb – Lila,
Orange – Blau

 

 

Es ist aber dabei darauf zu achten, dass zwischen diesen Komplementärfarben ein Flimmereffekt entstehen kann, welcher z.B. die Leserlichkeit von Texten erheblich erschweren kann.

Komplementärkontrast
Flimmerkontrast
Flimmereffekt: die Schrift ist schlecht lesebar

Er ist begründet in der psychologischen Wirkung von Licht und Farbe. 

 

Bei blauen und grünen Farbtönen wird Kälte, bei roten und orangen Farbtönen wird Wärme empfunden. 

Somit werden alle Farbtöne, die Blau enthalten, als kalte und alle, die Rot enthalten, als warme Farben klassifiziert.

 

 

Durch diesen Kontrast können Gegensätze ausgedrückt werden:
schattig – sonnig
beruhigend – erregend
fern – nah
leicht – schwer

Kalt-Warm-Kontrast
Kalt-Warm-Kontrast

Der Gegensatz von gesättigten (reinen) und verhüllten (getrübten) Farben.
Die gesättigten Farben gewinnen hier noch mehr an Leuchtkraft.

Qualitätskontrast 2
Qualitätskontrast 1

Der Quantitätskontrast bezieht sich auf das Größenverhältnis von 2 oder mehreren Farbflächen. 

Quantitätskontrast 2
Quantitätskontrast 1

 

Die selbe Farbe wirkt auf unterschiedlichem Hintergrund verschieden.

Simultankontrast

Farbwirkungen

In der nebenstehenden Abbildung sieht man deutlich, dass das helle Gelb auf dem schwarzen Untergrund nach vorne zu kommen scheint, und dass das Violett in der Tiefe des schwarzen Untergrundes schwebt.

Beim weißen Hintergrund ändert sich die Tiefenwirkung:
Das Violett scheint nach vorne zu kommen, während nun das helle Gelb vom Weiß zurückgehalten wird.

 Kalte und warme Farbtöne verhalten sich bei gleicher Helligkeit so, dass die warmen Töne nach vorne kommen und die kalten Töne nach hinten fallen.

Beim Qualitätskontrast ergibt sich folgende Tiefenwirkung:
Ein leuchtender Farbton tritt gegenüber einer gleich hellen, weniger gesättigten Farbe in den Vordergrund.

Farbwirkung
Farbwirkung
Kalt -Warm Kontrast
Qualitätskontrast

Darunter versteht man die Stellung einer Farbe zu einer weiteren Farbe oder zur Totalität aller anderen Farben.
Jede Farbe wird subjektiv empfunden und muss in ihrem Zusammenhang gesehen werden. So erscheint das Blau des Himmels bei Sonne aktiv und lebendig, während das blaue Mondlicht kalt und leblos wirkt.
Man kann also nicht von „Blau“ per se sprechen ohne eine weitere Farbtonbezeichnung (z.B. Kobaltblau) zu nennen und ohne die Korrelation zu einer anderen Farbe zu kennen.

Expressive Wirkung

Physikalisch gesehen sind alle Gegenstände farblos. Ihre farbige Erscheinung erhalten sie durch Reflektion von Teilen des  auftreffenden Lichts. Je nachdem welche Farbe nun das Licht besitzt, erscheint ein und dasselbe Objekt in verschiedenen Farbtönen.

 

Impression 1
Impression 2
Impression 3
Ein Straßenzug zu verschiedenen Tageszeiten
farblehre

„Einführung in die Farblehre“ copyright by R. Weidenhiller 2020